Bötchen fahren im Lane Cove National Park

lanecoveextraSydney ist eine sehr grüne Stadt. Das ist vor allem den vielen Nationalparks geschuldet, die sich nicht nur nördlich, westlich und südlich ans Stadtgebiet anschließen, sondern auch mittendrin zu finden sind. Einer dieser Nationalparks ist der Lane Cove Nationalpark an der North Shore. Der Lane Cove Nationalpark umschließt einen Abschnitt des Lane Cove River zwischen North Epping und Lane Cove.

Hier kann man nicht nur die einzigartige australische Natur genießen – Eukalyptus-Regenwald, Salzsümpfe und Grasland – und mit etwas Glück und viel Geduld einheimische Tiere beobachten – Stacheligel, Possums, Kakadus, Eidechsen, Schlangen, Schildkröten, Kookaburras usw. – sondern auch nach einem Picknick am Flussufer zu Fuß oder mit dem Fahrrad aktiv werden.

Der Lane Cove River hat noch dazu eine Menge Geschichte aufzuweisen. Natürlich lebten hier schon Jahrtausende lang Ureinwohner, die sicherlich von den reichen Jagdgründen und der üppigen Vegetation profitierten. Später siedelten hier die ersten wagemutigen weißen Siedler, die entlang der Ufer Farmen aufbauten, landwirtschaftliche Produkte anbauten und diese über den Fluss nach Sydney Town zum Verkauf transportierten. Auch zahlreiche Holzfällerkompanien waren in der Gegend aktiv. Zumindest eine dieser Farmen ist auch heute noch zu bewundern.

Am Boatshed lassen sich diverse nichtmotorisierte Boote anmieten, wie zum Beispiel Kanus, Ruderboote und Tretboote. Dies ist die beste Art, die Natur zu genießen und den Fluss kennenzulernen. Die Strömung ist gering, und man gleitet beinah lautlos an Wasservögeln und anderem Getier vorbei. Leider ist das Wasser auch ziemlich brackig und daher nicht zum Schwimmen geeignet. Trotzdem ist der Park als Naherholungsziel bei den Sydneysidern sehr beliebt. Es besteht sogar die Möglichkeit, hier zu zelten oder eine der rustikalen Hütten anzumieten.

Weitere Informationen findet Ihr hier: http://www.environment.nsw.gov.au/NationalParks/parkHome.aspx?id=N0083

Manly Ferry

Was wäre Sydney nur ohne den schönen Hafen? Ohne Hafenbecken gäbe es keine Brücke, keine schönen Vistas auf das Opernhaus und die Skyline und keine attraktive Alternative zum Auto für viele Sydneysider. Von Circular Quay aus kann man eine der vielen Fähren besteigen und somit für nur wenige Dollar erleben, wie sich Sydney vom Wasser aus anfühlt.

Fähren verkehren regelmäßig und sind vollwertige öffentliche Nahverkehrsmittel, die die Einwohner täglich zur Arbeit und zurück fahren. Neben den Fähren verkehren auch noch kleine Kreuzfahrt- und Dinnerschiffe, die speziell auf die Bedürfnisse und Wünsche von Touristen und Reisegruppen ausgerichtet sind. Aber eigentlich reicht es, eine der öffentlichen Fähren zu besteigen, um einen herrlichen Ausblick auf die Stadt mit ihren zahlreichen Buchten, Inselchen und Hafenstränden zu genießen.

Am besten eignet sich hierzu die Manly Ferry. Nicht nur dauert die Fahrt auf dieser Fähre 30 Minuten, sie führt auch noch weit auf den Hafen hinaus, am Hafeneingang vorbei und dann zum wunderschönen Vorort Manly mit seinem eigenem Zugang zum Pazifik. Man schlägt somit also im Prinzip gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Die Manly-Fähren sind wunderbar ausgestattet mit Fernseher, kostenlosem W-Lan, Café und Toiletten. Ab und an hat man sogar richtig Glück, und man entdeckt vor dem Fenster Kuriositäten: sich sonnende Seehunde, Wale, spielende Delfine, U-Boote… sind alles keine Seltenheit.

8 überraschende Dinge in Sydney

1. Sydney ist hügeliger als man denkt. Für jemanden, der vom platten Land kommt, ist das wirklich überraschend. Es gibt da so einige Hügel, zum Beispiel The Rocks im Innenstadtbereich, bei denen man ganz schön aus der Puste kommen kann. Anfahren am Berg ist eine Fertigkeit, die nicht nur bei Tiefgaragen benötigt wird. Fahrradfahren in Sydney ist nicht nur lebensgefährlich wegen der fehlenden Infrastruktur, man braucht auch eine Menge Puste, und in der sommerlichen Hitze eine gute Stamina, wenn man auch nur irgendwohin gelangen will.

2. Sydney ist teuer. Jawoll. Doch am teuersten ist wohl italienisches Essen. Zum Beispiel Pizza: Will man nicht gerade auf die furchtbar fettigen, supersalzigen, lieblos dahingerotzten Pizzen von Pizza Hut und so weiter zugreifen, dann bezahlt man locker für eine kleine Maguerita $16. Und je nach Belag kann sich das dann ins Unermessliche steigern. Dafür kommen in Sydney die lustigsten Dinge auf die Pizza: Tandoori-Chicken, Meatlovers’ Pizza, Steak & Garnelen, usw. Auch Eiswaffeln sind teuer: für gewöhnlich kostet die erste Kugel bereits $4,50. Die zweite ist dann weitaus günstiger, aber erst einmal gilt es, den hohen Einstiegspreis zu überwinden. Nichts da mit einem schnellen Eis zwischendurch bei der Hitze: Eine Kugel Eis in Sydney ist eine echte Investition, die man mit Bedacht tätigen möchte. Warum Pizza und Eis so teuer sind? Keine Ahnung! Aber wir haben eine Theorie: Als die Mehrheit der italienischen Einwanderer nach dem 2. Weltkrieg in Australien an Land gingen, wurden einige von ihnen geschäftstüchtig und machten sich selbstständig mit eigenen Restaurants. Und da die anglo-keltischen Australier noch nie mit solch exotischem Essen in Berührung gekommen waren, berechneten die Italiener für diese Delikatessen saftige Preise, auch wenn die Grundzutaten eigentlich spottbillig sind. Seitdem ist das halt so, und keiner hinterfragt es. Manchmal träumen wir heimlich davon, eine echte ‘deutsche’ Eisdiele in Manly zu eröffnen; eine mit Marmorböden und Bistrostühlen, großen Früchtebechern mit Erdbeeren und Krokant, und natürlich Spaghettieis. Dies ist hier alles unbekannt. Müsste doch eigentlich eine Goldgrube sein!

3. Die Strände in Sydney sind wirklich ein Traum. Wir haben nie geglaubt, dass es so etwas wirklich gibt: eine in warmen Gefilden liegende Stadt am Meer mit sauberen Stränden, die nicht von Touristen völlig überlaufen sind. Strände mit feinem, weichen Sand, ohne Motorenlärm, Teer, angespülten toten Fischen, Algenpest, usw. Doch sowas gibt es. Und nicht nur ein Strand, nein DUTZENDE! Im Norden angefangen mit Palm Beach bis nach Manly, dann die Hafenstrände wie Rose Bay, Vaucluse und Watson’s Bay bis hin zu den Eastern Beaches Bondi, Coogee, Cronulla. Der Strand ist für die meisten Sydneysider praktisch der Garten hinterm Haus. Selbst wer ganz weit im Westen wohnt, kann am Wochenende einen Abstecher zu einem der Strände machen. Es gibt wirklich kaum Gründe, nur für einen Badeurlaub irgendwohin zu fliegen. Und tatsächlich, die meisten Australier zieht es in Ausland zum Shoppen, um Kultur zu erleben oder einfach etwas Neues zu sehen.

4. Hier wird nichts halbherzig gemacht. Fahrradfahren, um von A nach B zu kommen? Ganz sicher nicht. Fahrradfahren bedeutet, dass man sich das neuste Rennrad für mehrere Tausend Dollar leistet, und dazu die nötige Lycra-Ausstattung, Helm, Trinkflasche, etc. Fahrradfahren geschieht nicht mit der Familie im gemächlichen Tempo auf Radwegen und in Parks, sondern im Gleichgesinnten-Mob auf der größten Hauptstraße im Umkreis von mehreren Kilometern. Gern auch auf der Autobahn, denn das ist meist gestattet. Und wer Schwimmen mag, der wird beim Anblick eines stinknormalen öffentlichen Hallenbads sicherlich auch abgetörnt. Schwimmen in Australien heißt endlose Bahnen ziehen, meist ausgestattet mit Chlorbrille und Badekappe, und bittschön im olympischen Kraul. Hallenbäder in Australien können so still sein wie ein Friedhof, denn die meisten Leute haben ihren Kopf unter Wasser. Schwimmen ist nicht dazu da, Spaß zu haben oder einfach nur herum zu plantschen, sondern verfolgt das Ziel, die Ausdauer zu verbessern und Fett zu verbrennen.

5. Wetter ist hier ein Phänomen. In Sydney wird das Wetter nie langweilig, und es ist immer für eine Gesprächseröffnung gut. Mal ist es wochenlang dank La Nina zu trocken, so dass das Wasser rationiert werden muss und der Rasen allerorten von Gelb ins Braune wechselt, dann regnet es wieder ununterbrochen für zwei Wochen wie aus Kübeln, so dass weder die Wäsche auf der Leine noch die Handtücher im Bad trocknen, und sowieso alles irgendwie Schimmel ansetzt: Ledertaschen im Schrank, die Stofftiere der Kinder, der in der Garage abgestellte Kindersitz. Zucker und gekörnte Brühe werden matschig, Kaugummis in der Verpackung müssen immer schnell aufgebraucht werden. Warme Temperaturen und Regen: eine ganz neue Erfahrung für jemanden, der gerade erst aus Deutschland angekommen ist. Dann im Winter kann es wiederum so kalt werden, dass man aus dem Schlottern nicht mehr herauskommt. Ist die Sonne am Nachmittag da, kann man für ein paar Stunden aufwärmen. Ab und an passieren dann solche Dinge, wie die Staubwolke aus dem Inneren Australiens, die alles in ein gelb-rotes Licht getaucht hat. Oder ein Sommertag mit selbst 35 Grad noch um Mitternacht. Stromausfälle gehören hier einfach dazu: bei wildem Wetter werden die größtenteils überirdischen Strommasten heruntergerissen, bei heißem Wetter kann das Netz überlastet sein. Meist fällt der Strom wegen ersterem aus. Unser letzter größerer lokaler Stromausfall war einem Possum zu verschulden, das leider zur falschen Zeit am falschen Ort war.

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6. Der ewige Kampf mit dem Getier. Wir können mit ruhigem Gewissen und ohne Nachzuschlagen behaupten, dass Sydney mehr Kakerlaken hat als menschliche Einwohner. Kakerlaken sind wirklich überall: auf den Straßen, in den Gärten, in der U-Bahn, in Geschäften, Restaurants, und in den Häusern der Einwohner. Besonders im Sommer sind sie übermäßig aktiv, und noch dazu schnell. Einige Arten können sogar fliegen. Im Sommer schließen wir alle Gartentüren, sobald die Sonne untergeht, dann ab dann beginnt die
Kakerlakenzeit. Und man kann nicht viel dagegen tun: sie laufen einfach ins Haus, und das überall versprühte Kontaktspray gibt ihnen dann irgendwann den Rest. Dann gibt es noch die kleineren Arten, ungerechterweise “German Cockroach” genannt, die sich richtiggehend einnisten, und die nur noch der Kammerjäger erlegen kann. Dazu kommen noch die Ameisen, die garantiert den Weg in die Vorratskammer finden werden. Und die Termiten, die von unten das Haus langsam auffressen. Und die Speisekammer-Motten, deren Eier bereits mit dem Mehl aus dem Supermarkt eingeschleppt werden. Schnecken, Raupen und Eidechsen, die wie die Kakerlaken über Türen und Fenster ins Haus kommen. Spinnen. Mäuse. Dachratten. Possums unterm Dach. Haben wir etwas ausgelassen?

7. So schmeckt also echt asiatisches Essen. Wer so wie wir in den 80ern im Ruhrgebiet groß geworden ist, kennt asiatische Küche nur aus dem freundlichem Chinarestaurant um die Ecke: meist als Buffet verpackt mit vielen dicken Soßen, die mit Geschmacksverstärker aufgejubelt und bis zur Unkenntlichkeit warm gehalten werden. Erst in Sydney haben wir Bekanntschaft mit authentischer asiatischer Küche gemacht. Ein paar Zutaten in den Wok, Soße dazu, dreimal schwenken, fertig! Es hat ein wenig gebraucht, bis wir uns daran gewöhnt hatten, denn das Chinesische, das man hier geboten bekommt, ist weniger westlich aufbereitet und teilweise recht geschmacksneutral. Das gilt auch fürs Japanische. Das soll nicht heißen, dass es nicht lecker ist, aber gedünsteter Kohl, roher Fisch, Seetang oder klare Hühnerbrühe benötigen einen gut trainierten Gaumen, um die Nuancen im Geschmack wirklich feststellen zu können.

8. Sydney ist eine der schönsten Städte der Welt. Überrascht? Wir schon. Man sollte meinen, dass eine Millionenstadt mit Schwerindustrie, Verkehr usw. mit den üblichen Problemen zu kämpfen hat wie überall sonst auf der Welt. Und das stimmt auch. Aber es gibt ein paar Ecken in Sydney, die könnten kaum schöner sein. Zum Beispiel der Botanische Garten, der Hafen mit der Opera und der Harbour Bridge, die Skyline von der Manly-Fähre oder Taronga Zoo aus gesehen, die engen Gassen von The Rocks, die historischen Reihenhäuser in Paddington und Newton, der Blick von North Head und South Head, die spektakulären Nationalparks wie Kuringai im Norden und der Royal National Park im Süden, die bereits oben erwähnten Pazifikstrände… es ist wohl nur Sydneys abgelegener Lage aus globaler Sicht zu verdanken, dass die Stadt nicht völlig von Touristen überrannt wird. Natürlich ist es uns bewusst, dass Sydney schöne Ecken hat, und zwar reichlich, aber trotzdem werden wir immer wieder davon überrascht. Die Welt kann wirklich so schön sein.

Knochen, Käfer, Goldnuggets: das Australian Museum

Das Australian Museum befindet sich direkt neben dem Hyde Park in Sydney und ist im Prinzip ein Naturkundemuseum mit Fokus auf Australien. Das 1857 eröffnete Museum ist Ausstellungs- und Forschungsinstitut in einem und ist mit seinen über 18 Millionen Ausstellungsstücken international anerkannt.

Die lange Geschichte des Australian Museum wird anhand der Architektur ganz besonders augenfällig, denn bereits kurz nach Passieren der Kasse wird deutlich, wie organisch der Komplex gewachsen ist – man befindet sich quasi in einem überbauten Innenhof, umgeben von zugemauerten Türen und Fenstern, eben halt so, wie es das moderne Museum heutzutage dem historischen Gebäude abverlangt.

Wer schon einmal im British Museum in London war, der wird wahrscheinlich ein wenig enttäuscht sein. Denn die Ausstellung des Australian Museum wirkt im Vergleich mit der kolonialen “Mutter” wie ein ärmlicher Cousin. Aber insgesamt ist die Sammlung von Kulturgegenständen, Steinen, Tieren usw. ausreichend, um dem australienbesuchenden Touristen oder auch den kleinen Gästen einen guten Eindruck über die Einzigartigkeit Australiens zu geben.

Da wäre zum einen die Geologie-Sammlung mit interessanten Exponaten aus allen Ecken der Welt und Australien im Besonderen. Edelsteine, Metalle, Erze, Kristalle, etc. sind hier zu bestaunen und zu bewundern.

Skelette sind vielerorts anzutreffen – zum Beispiel das unter der Decke hängende massige Pottwalskelett im Eingangsbereich, die Galerie mit Skeletten von Giraffen, Menschen, Haustieren, Mammuts und anderen Lebewesen, oder die riesigen Dinosaurierskelette in der Dinosaurierausstellung.

Australiens einzigartige Tierwelt kann man in der ornithologischen Ausstellung, der Käfer- und Schmetterlingssammlung, und in der Galerie “Dangerous Australia” betrachten. Gerade letztere erklärt im Detail, welche Tiere auf welche Art gefährlich sein können, und was Australiens Tierwelt so einzigartig macht. Aquarien mit lebenden Meeresbewohnern runden diesen Teil des Museums ab.

Faszinierend sind die Aborigineartefakte – modern wie alt – sowie die erzählte Geschichte der Aborigines, vor allem nach Eindringen der weißen Siedler.

Für Kinder ist das Australian Museum ein Riesenerlebnis und erntet daher von uns einen großen Pluspunkt. Der Kidsspace richtet sich besonders an die Kleinen und ist ein abgeschlossener Bereich voller Spielzeug, Büchern, ausgestopften Tieren zum Anfassen und anderen Objekten zum Drehen und Entdecken, die die Kinder in ihrem eigenen Tempo erkunden können. Für Schulkinder kommt noch einmal ein eigener Gebäudetrakt hinzu mit einer noch größeren Auswahl an ausgestopften Tieren, Knochen, Käfern, Computerspielen, Büchern usw. Hier können die Kinder Kängurus und Koalas streicheln, Fliegen unter die Lupe nehmen und eine Sydney Funnel Web Spider im Terrarium beobachten.

Das Australian Museum ist nicht allzu teuer – eine vierköpfige Familie ist mit $30 dabei. Ist es ein außergewöhnliches Naturkundemuseum? Unserer Meinung nach nein. Aber da der Fokus auf Australien liegt, sieht man hier mit Sicherheit Dinge, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt.

Die 10 tödlichsten Tiere Australiens

Wir müssen immer wieder schmunzeln, wenn in Deutschland die erste Assoziation mit Australien die der giftigen Schlangen und Spinnen ist. Und wenn man nicht vergiftet wird, dann sind es bestimmt die Krokodile oder Haie, die einen auffressen. Trotz dieser permanenten Gefahren erfreut sich Australien jedoch nicht gerade einer besonders hohen Todesstatistik durch Kontakt mit der Tierwelt. Es ist eher wahrscheinlich, dass einen die Strömung unwiederbringlich hinaus aufs hinaus Meer trägt, als dass man von einem Hai aufgefressen wird.

Trotzdem wollen wir Euch heute die angeblich gefährlichsten Tiere Australiens näherbringen. Glücklicherweise sind die wenigsten davon direkt in Sydney oder in Großstädten (wo sie die meisten Australier befinden) anzutreffen.

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1) Würfelqualle (box jellyfish) – Nicht nur zählt das Gift der Würfelqualle zu einem der stärksten im gesamten Tierreich, die Tentakeln können noch dazu über einen Meter lang werden und so selbst weiter entfernte Ziele (oder Menschen) erreichen. Ein kleinerer Mensch, also ein Kind zum Beispiel, kann nach Kontakt mit dem Nesselgift innerhalb weniger Minuten sterben. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 60 Tentakeln pro erwachsenem Tier kann man sich ausmalen, wie wenig Freude eine Begegnung mit diesem glitschigen Meeresbewohner mit sich bringt. Wer doch das zweifelhafte Vergnügen hatte, auf eine Würfelqualle zu stoßen, der sollte sofort an Land gehen und die betroffene Stelle mit Essig übergießen. Man ist sich nicht so genau sicher, warum Essig die Abgabe des Giftes aufhält, und herausgefunden hat man dies auch nur über einen Zufall, aber dies ist der Grund, warum im tropischen Norden Queenslands alle 50 Meter eine Essigflasche am Strand bereitsteht. Das macht Lust auf einen tropischen Badeurlaub, nicht wahr?

2) Irukandji – Schrecken kommt in Australien oft in kleinen Portionen. Die Irukandji ist eine Verwandte der Würfelqualle, aber winzig klein, ungefähr so groß wie ein Daumennagel. Es ist nicht viel über diese Art bekannt, aber als mehrere Schwimmer die gleichen Symptome wie schwere Rückenschmerzen, Brust- und Bauchschmerzen, Brechreiz und Erbrechen, Kopfschmerzen und in schweren Fällen Lungenödeme aufzeigten, wurde gezielt nach dieser Qualle gesucht. Die Symptome treten erst über einen Monat später auf, man kann sich also vorstellen, wie schwierig es war, diese Beschwerden auf ein schmerzfreies Ereignis im Meer zurückzuführen. Nur ohne medizinische Betreuung kann der Verlauf tödlich enden. Im tropischen Queensland hat man für die Badenden entlang der Strände Netze zum Schutz aufgespannt, aber die Einheimischen haben uns augenzwinkernd von der Benutzung abgeraten, weil so kleine Quallen wie die Irukandji prima durch die Maschen passen.

3) Salzwasserkrokodil – Das gute alte Croc ist in seiner australischen Version mit seinen durchschnittlich 5 Metern Körperlänge das größte Reptil der Welt. Es lebt in den Brackwassergebieten und Mangrovensümpfen im Norden der Kontinents, und es wird peinlich darauf bedacht, Lebensräume der Salties von denen der Menschen zu trennen, weil beide Arten für den jeweils anderen gefährlich werden können. Doch Salties bleiben nicht nur in den küstennahen Gebieten, sondern sind auch bis zu 100m weiter landeinwärts entlang der Flüsse und Seeufer anzutreffen. Man kann sich also nie so recht sicher sein, und jedes Jahr hört man in den Medien davon, wie kleine Kinder vom Spielen in den Billabongs nicht mehr zurückkehren.

4) Blaugeringelte Kraken – Diese Kraken sind zwar schön anzusehen mit ihren leuchtend blauen Ringen, aber sie sind leider auch bei Kontakt ziemlich tödlich. Die Kraken sind rund um Victoria, South Australia und New South Wales in Gezeitenregionen anzutreffen, und ab und an findet sich schon mal eine in einem Sydneysider Rockpool wieder. Das Interessante: Nicht der Kraken selbst, sondern die auf ihm lebenden Bakterien sind tödlich und produzieren das so gefährliche Gift, das beim Opfer Lähmungen verursacht, die letzten Endes zum Atemstillstand führen. Wer bis zum Abklingen der Wirkung weiter fachgerecht künstlich beatmet wird, hat gute Chancen, aus der ganzen Sache mit einem blauen Auge herauszukommen.

5) Steinfisch – Der fiese Steinfisch versteckt sich so gut am Meeresgrund, dass ein unbedarfter Schwimmer völlig unwissentlich darauf treten und innerhalb von 2 Stunden sterben kann. Tja, viel mehr kann man dazu auch gar nicht sagen.

6) Rotrückenspinne (red back spider) – Die Rotrückenspinner ist die gefährlichste Spinne Australiens. Und was besonders bemerkenswert ist: sie lebt auch rund um Sydney, sowie in anderen urbanen Gegenden Australiens. Das Weibchen ist ca. 1cm groß (inkl. Beine), und das Männchen ist noch viel kleiner. Man kann so eine kleine Spinne also ziemlich leicht übersehen. Glücklicherweise ist die rote Färbung auf dem Rücken sehr eindeutig, so dass man sie leicht identifizieren kann. Leider sind Red Backs wirklich sehr üblich – wir hatten sie schon in der Garage und rund um dem Stromkasten an der Außenseite des Hauses. Am liebsten halten sie sich in Holzstapeln, unter Steinen, Baumstämmen, in Schuppen und unter Rändern auf, weswegen sie den Ruf genießen, Menschen im Outback beim Sitzen auf der Außentoilette in den Allerwertesten zu beißen. Ein Biss sorgt für schlimme Unterleibskrämpfe, die man für gewöhnlich überlebt, es sei denn, das Atemzentrum wird in Mitleidenschaft gezogen. Bis zu 400 Mal im Jahr wird in Australien das Gegengift verabreicht.

7) Östliche Braunschlange – Kommen wir nun zu den Schlangen. Die Östliche Braunschlange sind ca. 1,5 Meter lang und können für den Menschen tödlich sein. Sie gilt als die zweitgiftigste Landschlange der Welt. Aufgrund ihres schreckhaften und aggressiven Wesens ist eine Begegnung mit einer brown snake kein Zuckerschlecken. Die Folgen eines Bisses umfassen solch unerfreuliche Symptome wie eine  Hemmung der elektrischen Reizausbreitung und der Verlust des Gerinnungsfaktors des Blutes. Kein schönes Ende. Diese Schlange ist eigentlich überall in Australien anzutreffen, und bei Buschwanderungen sollte man immer schön vorsichtig auf den Boden schauen und zur Not entgegen aller Intuition stehenbleiben (nicht wegrennen!).

8) Tigerotter – Auch die Tigerotter ist nicht unbedingt gern gesehen: häufig auch in Vororten anzutreffen, kann ein Biss dieser  Schlange ohne Verabreichung des allgemein erhältlichen Gegengiftes ohne Weiteres tödlich verlaufen. Die Schlange ist jedoch recht friedfertig und reagiert nur dann aggressiv, wenn sie sich bedrängt fühlt. Ansonsten ernährt sie sich lieber von kleinen Säugetieren und Reptilien.

9) Weißer Hai – Ja, der Weiße Hai lebt tatsächlich in australischen Gewässern, ist aber sowieso weltweit verbreitet. Er kann bis zu 5 Meter groß werden und tritt sowohl als einsamer Jäger auf oder kommt in Gruppen zusammen. Das typische Jagdverhalten umfasst einen einzelnen Angriff, der darauf abzielt, dass Opfer anschließend verbluten zu lassen. Auch Aas wird vom Weißen Hai nicht verpönt. Besonders Surfer sind durch Angriffe von Weißen Haien gefährdet, aber insgesamt sind Attacken eher selten. Aufgrund der Tatsache, dass Opfer meist nur einmal angebissen werden, besteht eine gute Chance, dass man mit Hilfe anderer Schwimmer oder Surfer den Angriff überlebt, wird man denn schnellstmöglich zum Ufer gebracht.

10) Sydney-Trichternetzspinne (Sydney funnel web spider) – Ebenso wie die Rotrückenspinne ist auch die Sydney-Trichternetzspinne durchaus in Sydneysider Häusern anzutreffen. Die Männchen werden ca. 2,5cm groß, die Weibchen deutlich größer. Ihren Namen erhält die Spinne von der Art ihres Netzes: das trichterförmige Netz wird am Eingang ihrer Wohnhöhle angelegt. Die Tiere klettern für gewöhnlich nicht, sondern bevorzugen das Leben am Boden in einem feuchtkühlen Klima, zum Beispiel am Waldboden. Vorsicht: Spinnen, die man im Pool dümpelnd findet, sind nicht unbedingt tot. Auch die Anwendung von Insektengiften ist keine gute Idee, außer man möchte sich mit einer doppelt aggressiven Spinne anlegen. Eine aggressive Spinne erkennt man daran, dass sie sich auf die Hinterbeine stellt und ihre Fangzähne fletscht – ein nicht wirklich schöner Anblick. Ein Biss kann für ein kleines Kind innerhalb von 15 Minuten unter Umständen tödlich enden. Gegengifte sind aber überall erhältlich, und seit deren Einführung 1981 hat es keine Todesfälle mehr durch die Funnel Web Spider im Großraum Sydney gegeben.

11 interessante Fakten zum Känguru

Wir haben neulich ein Wochenende in Jervis Bay an der South Coast verbracht. Dabei übernachteten wir in Unterkünften, deren besonderer Reiz daran liegt, dass auf dem Gelände eine ganze Schar von Kängurus beheimatet ist. So konnten wir beim Aufwachen bereits beobachten, wie diese drolligen Viecher über die Wiese hoppelten. Die Autofahrt über das Gelände bis hin zu unserem cottage kam beinah einer afrikanischen Safari gleich, wobei sich Autoinsassen und Kängurus gegenseitig anzustarren schienen.

Unser Erlebnis hat uns dazu angeregt,  mal ein paar lustige und interessante Fakten zu Kängurus hervorzukramen, die Ihr bestimmt auch ganz unterhaltsam findet werdet. Wer gern ebenfalls so wie wir einmal mit Kängurus auf Tuchfüh lung gehen will, der sollte das Worrowing Retreat mal genauer unter die Lupe nehmen

  1. Der Name “Känguru” ist eigentlich ein Missverständnis zwischen weißen Entdeckern und den Aborigines. “Känguru” ist eine Verballhornung von “Ich verstehe dich nicht”, eine passende Antwort eines Aborigines, der die wahrscheinlich auf Englisch gestellte Frage nach dem Namen des Tieres nicht verstanden hat. Nein, stimmt eigentlich nicht. In Wahrheit stammt das Wort vom Australischen “gangurru” ab.
  2. Ein männliches Känguru heißt im Englischen boomer, das Weibchen ist ein flyer und die Babys heißen joeys. Der Lateinische Name lautet “Macropodidae”, was soviel wie Großfüßler bedeutet.
  3. Kängurus können schwimmen, aber nicht rückwärts gehen. Deshalb ist es zusammen mit dem Emu auch das Wappentier Australiens, denn beide verkörpern den Fortwärtsgedanken der Nation.
  4. Das Rote Känguru ist das größte Beuteltier der Welt. Es wiegt bis zu 85kg und kann bis zu 2m groß werden. Auch wenn Kängurus meistens flüchten, können sie schon einmal gefährlich werden. Ein Tritt mit den kräftigen Hinterpfoten können dem Gegner die Eingeweide herausreißen.
  5. Ein neu geborenes Känguru, also ein joey, wiegt bei der Geburt weniger als ein Gramm und sieht aus wie ein rosafarbener, haarloser Wurm. Es kriecht direkt nach der Geburt am Körper der Mutter hoch und krabbelt in den Beutel. Dort saugt es sich an einer der beiden Zitzen fest, die anschwillt und dafür sorgt, dass das Junge nicht den Halt verliert. Ein joey kann sogar Gesellschaft von einem Geschwisterchen bekommen, denn die Mutter kann bereits wenige Tage nach der Geburt wieder schwanger werden. Allerdings tritt dieses jüngere Geschwisterchen in eine Art Dämmerschlaf ein, bis das ältere joey den Beutel der Mutter verlassen hat. Das passiert irgendwann nach 8 bis 10 Monaten. Das zweite Baby erhält durch die andere Zitze eine besonders fetthaltige Milch.
  6. Kängurus hoppeln bis zu 60km/h schnell und können bis zu 3m springen. Dafür sind sie aber erbärmliche Läufer. Kängurus sind die einzigen Großtiere, die sich nur hüpfend fortbewegen können. Die hüpfende Fortbewegung ist sehr energiesparend und daher ideal fürs harsche Klima Australiens.
  7. Kängurus brauchen nur sehr wenig Wasser. Sie können Monate lang nicht trinken. Ihre Hauptmahlzeit ist Gras, und einige Arten sind Wiederkäuer ähnlich wie Kühe.
  8. Joey machen Pipi und A-a im Beutel der Mutter. Das ist am Anfang noch sehr wenig und kann vom Körper der Mutter absorbiert werden. Später dann muss die Mutter ab und an mal durchlüften und einen Großputz des Beutels durchführen.
  9. Die meisten Känguruarten sind garantiert nicht vom Aussterben bedroht. Natürlich nehmen Siedlungen der Menschen den Tieren Lebensraum weg, jedoch ist dieser immer noch ausreichend vorhanden dank der Anpassungsfähigkeit der Tiere. In vielen Gegenden Australiens werden Kängurus gern gejagt. Einige kleinere Arten sind jedoch so sehr an ihren Lebensraum angepasst und so spezialisiert, dass sie als gefährdet eingestuft werden müssen.
  10. Kängurus sind besonders am Abend und in den  Morgenstunden für Autofahrer eine Gefahr. Eine Kollision mit einem Känguru kann erheblichen Schaden anrichten.
  11. Kängurus leben nicht nur in Australien, sondern auch in Papua-Neuguinea.

Shelly Beach, Manly

In Manly, an den Northern Beaches von Sydney, gibt es eine kleine Perle von Strand, die von den meisten Touristen nur am Rande wahrgenommen wird. Wer Manly per Fähre besucht und dem Besucherstrom über den Corso folgt, landet am Ende wie selbstverständlich am blauen Wasser des Pazifiks. Für meisten Tagesgäste endet hier die Reise. Schade eigentlich.

Dabei ist der Fußweg zum Shelly Beach wirklich reizend. Wir brauchen uns vom Ende des Corso aus nur nach rechts zu begeben und der Küstenlinie folgen. Zwar kann der Weg teilweise ganz schön voll werden (die auf den Boden gemalten Linien sollen dafür sorgen, dass jeder auf der ihm zugewiesenen Hälfte des Weges bleibt), aber die vielen Bänke laden zum Verweilen ein. Besonders im Winter ist der Weg zum Shelly Beach übrigens anzuraten, denn er ist auf einem Großteil der Strecke von den Elementen geschützt, während die Sonne mit voller Wucht die Klippen erhitzt. Wem also in einem Sydneysider Winter kalt wird, der braucht nur einmal einen kleinen Spaziergang hier entlang unternehmen, um sich wieder aufzuwärmen.

Gleich an der ersten Biegung sieht man einen historischen Aufsteller, der ein wenig zur Badekultur in Manly erzählt und ein Foto mit dem gleichen Blickwinkel vom Hauptstrand zeigt. Von hier aus kann übrigens auch die schönsten Bilder vom Pazifikstrand schießen.

Shelly Beach befindet sich im wahrscheinlich reichsten Viertel von Manly, in Fairy Bower. Die Häuser, die hier auf den Klippen thronen, sind leider unerschwinglich teuer. Doch nicht nur Sportstars und Millionäre leben hier: die Gegend wird auch bewohnt von den so genannten dragons, ca. 40cm langen Echsen. Diese kann man tatsächlich an den meisten Tagen hautnah erleben, man muss nur aufmerksam mit den Augen die Hänge und Treppenaufgänge absuchen.

Shelly Beach ist besonders bei Familien mit kleinen Kindern sehr beliebt. Der Strand ist seicht abfallend, die Wellen ungewöhnlich zahm, ideal auch zum Schnorcheln. Die Lage ist meist windgeschützt. Der Kiosk neben dem sündhaft teuren Restaurant “Le Kiosk” verkauft Eis, Erfrischungen und Snacks. Es gibt öffentliche Duschen und Toiletten sowie die allseits üblichen Grillstellen.

Wer Lust hat, kann am Ende des Strandes noch weiterlaufen, die Klippen hinauf, und dann von einem Aussichtspunkt aus die tosenden Wellen des Pazifik und den ein oder anderen Wal beobachten.

Tierwelt in Sydney

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Es sollte eigentlich niemanden überraschen, dass in Sydney die Kängurus nicht gerade durch die Straßen hüpfen. Auch andere typisch australische Tiere, die man nach einem 24-Stunden-Flug einmal um den halben Globus anzutreffen erhofft, wie zum Beispiel Koalas, Wombats und Krokodile sind in Sydney nicht zu finden. Von den drei genannten sind es einzig die Kängurus, die man eventuell noch am Stadtrand an der Grenze zu Nationalparks erhaschen kann. Auf Koalareviere wird zwar zum Beispiel in der Nähe des Kurangai-Chase Nationalparks per Verkehrswarnschild hingewiesen, aber eine Mitarbeiterin des Taronga Zoo hat uns bestätigt, dass die Anwesenheit von Koalas in diesen Bereichen heutzutage nur mehr ein Gerücht sei. Leider bewegen sich Koalas zu langsam und wurde ihr Lebensraum rund um Sydney zu sehr eingeschränkt, als dass diesen kleinen Wollknäuls noch reelle Überlebenschancen im Großraum Sydney zugerechnet werden.

Trotzdem ist Sydney voll mit Tieren, wie man sie aus Deutschland nicht kennt. Da wären zum einen die vielen verschiedenen Vogelarten, die für einen so ganz anderen, exotischen klanglichen Hintergrund sorgen. In der Stadtparks wie dem Botanischen Garten oder dem Hyde Park trifft man auf die langbeinigen Ibisse, die irgendwie mit ihrem langen gekrümmten Schnabel besonders ulkig aussehen. Ab und an kommen lautstark krächzende weiße Kakadus vorbei, die mit ihrer Intelligenz überraschen. Wer einmal anfängt, Kakadus auf dem heimischen Balkon mit Kräckern zu füttern, aber dann später den Snack verweigert, weiß, wovon wir sprechen. Allgemeine Favoriten sind die farbenprächtigen kleinen Lorikeets, die immer paarweise auftreten und die sich zum Beispiel gern am Abend in den Norfolkpinien an den Strandpromenaden versammeln, um mit großem Geschwitzer die Neuigkeiten den Tages auszutauschen. Last but not least, der berühmte Kookaburra, im Deutschen auch Lachender Hans genannt, der besonders am Morgen und in der Dämmerung mit seiner Affenlache die Nachbarschaft auf Trab hält.

By Poco a poco (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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Apropos Nachbarschaft: Besonders wer in einem Vorort von Sydney wohnt, wird früher oder später auf ein nachtaktives Possum treffen, das sich gern in Dachstühlen häuslich einrichtet und über die hochliegenden Stromleitungen von einem Grundstück zum nächsten wandert. Leider gehören Schlangen und Spinnen auch zum Alltag vieler Hausbesitzer in grüneren Bereichen der Stadt, wobei im Sommer besonders die in den Büschen sitzenden, meist harmlosen Gartenspinnen einen erstaunlichen Umfang annehmen können.

Witzig mit anzusehen sind Kragenechsen, die in kleineren Parks aufrecht an einem vorbeilaufen können. Besonders in Küstennähe sonnen sich auf den heißen Felsen gern die so genannten Bartagamen (engl. “Dragon”), ca. 40cm große Echsen. Blue Tongue Lizards (Blauzungenskinke) sind in der Nähe von Nationalparks zu finden.

Auch der Hafen von Sydney lebt. Im Winter verirren sich immer wieder Wale in den Hafen, so dass sogar Arbeiter rund um den Darling Harbour von ihren Bürofenstern aus ab und zu ein echtes Naturschauspiel geboten bekommen. Keine Sorge: Wale, die in den Hafen schwimmen, finden irgendwann unbeschadet auch wieder heraus. Wer sich generell für Walbeobachtung interessiert, kann während der Migrationszeiten entweder an verschiedenen Aussichtspunkten mit einem Fernglas bewaffnet Stellung beziehen oder eine Walbeobachtungstour buchen, wie sie von Manly oder Darling Harbour aus startet. Delfine sind ebenfalls keine Seltenheit, besonders am frühen Morgen. Ab und an begleiten sie die Passagierfähren, die die Arbeiter morgens in die Stadt bringen, oder sie spielen in der Brandung vor den Stränden der Eastern Suburbs oder Northern Beaches. Mit richtig viel Glück sieht man sogar einen Seehund, der sich auf einer der im Hafenboden verankerten Bojen sonnt.

Lorikeet - By Louise Docker from Sydney, Australia. ([1]) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Lorikeet (3)

Manly ist mittlerweile bekannt für zwei bedrohte und daher besonders geschützte Tierarten: der rattenartige Nasenbeutler (engl “Bandicoot”), der am North Head lebt, und die kleinen Zwergpinguine, die ausgerechnet mitten im Ortszentrum Manlys neben dem Fähranleger nisten – für Touristen eine unvergessliche Attraktion.

Wie man also sieht, gibt es in Sydney allerhand interessante Tierarten zu bewundern, und nicht alle beißen oder sind gar tödlich. Eigentlich schade, dass gerade deshalb so wenig über sie berichtet wird. Dabei muss man in vielen Fällen noch nicht einmal besonders viel Glück haben, um auf diese Tiere zu stoßen; ein Spaziergang am Strand oder Hafen entlang zur richtigen Tages- oder Jahreszeit, oder ein paar Minuten im Botanischen Garten eröffnen herrliche Fotogelegenheiten. Das beweist auch, wie sauber und “gesund” Sydney dank diverser Naturschutzgebiete und Freiflächen ist. Wer zum Beispiel in Manly auf die Fähre wartet, kann nebenher im Wasser die Fischschwärme beobachten, und wer abends noch eine Runde schwimmen gehen will, sieht vielleicht sogar einen Manta.

Wer nur kurze Zeit in Sydney ist oder wider Erwarten weniger Glück hat, der kann auf die üblichen Institutionen zurückgreifen. Da wäre zum einen der Taronga Zoo, dann Wildlife World und das Sydney Aquarium und weiter raus das Sealife in Manly, der Featherdale Wildlife Park oder der Reptile Park in Gosford.
Die Australier sind stolz auf ihre einzigartige Tierwelt, und deshalb sollte man ruhig bei einem Zoobesuch einige Shows anschauen oder einen Plausch mit einem der Pfleger anstrengen. Die leuchtenden Augen werden es einem lohnen.

 

Bildnachweise:

(1) By JJ Harrison (jjharrison89@facebook.com) (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons
(2) By Poco a poco (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)%5D, via Wikimedia Commons
(3) By Louise Docker from Sydney, Australia. ([1]) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Blue Mountains Botanic Gardens Mt Tomah

Ungefähr 1,5 bis 2 Stunden westlich der Sydneysider Innenstadt befindet sich der Botanische Garten am Mount Tomah. Dieser aus einer Stiftung hervorgegangene Garten ist für Besucher kostenlos und ist die perfekte Wahl für daytripper und Touristen, die die Blue Mountains und ihre natürliche Schönheit einmal fernab ausgetretener Touristenpfade erleben möchten.

Der Botanische Garten befindet sich auf einem 28 Hektar großen Gelände und ist Heimat von über 40.000 einheimischen, seltenen und exotischen Pflanzenarten. Kuriosum des Parks ist die (Wieder-)Entdeckung der als ausgestorben oder extrem selten eingestuften Wollemi Pine, die von den Menschen unerkannt an dieser Stelle vor sich hin wuchs, ohne dass es auch nur jemandem in Sydney aufgefallen wäre. Heutzutage wird die Zucht dieses seltenen Baums propagiert und vom Park gezielt unterstützt.

Der Park befindet sich an einem Abhang, was zum einen den Vorteil hat, die verschiedenen Bereiche thematisch gut voneinander abzugrenzen, andererseits schon gewisse Ansprüche an den Besucher stellt. Hübsch sind die verschiedenen künstlich angelegten Wasserfälle und Seen, die für schöne Vistas sorgen und idealer Hintergrund für Familienphotos darstellen.

Neben Pflanzen gibt es im Park natürlich auch jede Menge Tierarten, unter anderen sogar Schlangen und Skorpione.

Neben einem Besucherzentrum mit Shop (unter anderem mit Pflanzenverkauf) gibt es ein herrlich überteuertes Restaurant (der durchschnittliche Preis für ein Gericht beträgt $30), und es besteht auch die Möglichkeit, recht luxuriös im Park zu übernachten. Natürlich ist Mt Tomah auch beliebter Ort für Hochzeiten und andere Veranstaltungen.

Der Botanische Garten Blue Mountains ist jeden Tag geöffnet (außer 1. Weihnachtsfeiertag), von 9.00 bis 17.30 Uhr, und der Eintritt ist kostenlos.